Wie oft in die Sauna: die kurze Antwort
Regelmäßig schlägt viel. In den finnischen Langzeitdaten war der Zusammenhang mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit bei vier bis sieben Saunagängen pro Woche am stärksten, bei zwei bis drei Gängen deutlich, und einmal pro Woche war die Vergleichsgruppe, nicht null. Für den Alltag in Deutschland heißt das: Einmal pro Woche ist ein guter Anfang, zweimal ist besser, und wer Zeit für mehr hat, darf sie nutzen, solange Kreislauf und Schlaf mitspielen. Wichtiger als die Zahl ist die Regelmäßigkeit über Monate. Eine Saunawoche im Jahr wirkt anders als zwei ruhige Gänge jede Woche.
Was die Untersuchungen zeigen, und was nicht
Die bekanntesten Daten stammen aus der finnischen Kuopio-Studie, veröffentlicht 2015 in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine: 2.315 Männer zwischen 42 und 60 Jahren aus Ostfinnland, im Median 20,7 Jahre lang begleitet. Wer vier- bis siebenmal pro Woche saunierte, hatte in dieser Gruppe ein um rund 60 Prozent geringeres Risiko für den plötzlichen Herztod als wer einmal pro Woche ging, und eine um rund 40 Prozent geringere Gesamtsterblichkeit; zwei- bis dreimal pro Woche lag dazwischen. Weitere Auswertungen derselben Kohorte fanden Zusammenhänge mit Blutdruck, Gefäßfunktion und Demenzrisiko.
Der wichtige Vorbehalt: Das sind Beobachtungsstudien an Männern mittleren Alters. Sie zeigen einen Zusammenhang, keinen Beweis für Ursache und Wirkung. Menschen, die viermal pro Woche in die Sauna gehen, unterscheiden sich womöglich auch sonst von denen, die es nicht tun, und Frauen kamen in der Kohorte gar nicht vor. Was dagegen direkt messbar ist: Während eines Saunagangs steigt die Herzfrequenz auf ein Niveau wie bei moderater Bewegung, die Gefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt in den Stunden danach. Warum ein solcher kontrollierter Reiz den Körper stärkt, erklärt der Beitrag Hormesis.
Schützt Sauna vor Erkältungen?
Hier ist die Datenlage dünn. Eine kleine, oft zitierte Untersuchung fand bei regelmäßigen Saunagängern etwa halb so viele Erkältungen wie in der Vergleichsgruppe, allerdings erst nach einigen Monaten und mit wenigen Dutzend Teilnehmenden; das reicht für eine Vermutung, nicht für eine Empfehlung. Das unabhängige Portal gesundheitsinformation.de des IQWiG nennt zur Vorbeugung Händewaschen und Abstand, die Sauna nicht, und beziffert die Häufigkeit bei Erwachsenen mit zwei bis vier Erkältungen pro Jahr. Plausibel bleibt der Zusammenhang über die Wechselreize auf Kreislauf und Schleimhäute. Sicher ist nur das Gegenteil: Wer bereits erkältet ist und Fieber hat, geht nicht in die Sauna, weil die Hitze den Kreislauf zusätzlich belastet.
Ein Saunagang, richtig gemacht
| Schritt | Wie lange | Worauf es ankommt |
|---|
| Warm duschen und abtrocknen | 3 bis 5 Minuten | trockene Haut schwitzt schneller |
|---|
| Erster Gang | 8 bis 12 Minuten, Geübte bis 15 | lieber kürzer und öfter als einmal lang |
|---|
| Die letzten Minuten aufrecht sitzen | 1 bis 2 Minuten | verhindert Kreislaufprobleme beim Aufstehen |
|---|
| Abkühlen: frische Luft, dann kaltes Wasser | 2 bis 5 Minuten | erst Arme und Beine, dann der Rest |
|---|
| Ruhen | 15 bis 20 Minuten | mindestens so lang wie der Gang selbst |
|---|
| Zweiter und dritter Gang | wie oben | drei Gänge sind das übliche Maximum |
|---|
Trinken: reichlich, aber in den Ruhepausen und nach dem letzten Gang, nicht währenddessen; Alkohol erst danach. Mehr Einzelheiten stehen im Beitrag richtig saunieren; warum das Tauchbecken danach kein Luxus, sondern Teil des Reizes ist, erklärt Sauna und Tauchbecken.
Wie unsere Gäste es halten
In unserer privaten Sauna sehen wir beide Typen. Rund 45 Prozent unserer aktiven Gäste waren im letzten Vierteljahr genau einmal da, oft mit einem Gutschein; etwa jede zehnte Person kommt zehn- bis fünfundzwanzigmal im Jahr, und das sind die, die von der Sauna reden wie von einem Termin mit sich selbst. Was uns dabei auffällt: Die Stammgäste machen kürzere Gänge, als Erstbesucher es versuchen, und längere Pausen. Kaum einer sitzt zwanzig Minuten oben. Zwei bis drei Gänge zu je zehn Minuten, dazwischen Terrasse oder Tauchbecken, danach so lange liegen, wie geschwitzt wurde. Wer einen Erstbesucher überzeugen will, empfiehlt am besten diesen Rhythmus und keinen Rekord.
Für wen Sauna nicht geeignet ist
- bei fieberhaften Infekten und akuten Entzündungen
- bei instabiler Angina pectoris, kurz nach einem Herzinfarkt oder bei schwerer Herzschwäche; hier entscheidet die Kardiologin
- bei unbehandeltem, stark schwankendem Blutdruck
- bei akuten Venenentzündungen und frischen Thrombosen
- in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache; in Finnland üblich, in Deutschland zurückhaltender gehandhabt
- nach Alkohol grundsätzlich nicht; die Kombination ist der häufigste Grund für Zwischenfälle
Warum privat einen Unterschied macht
Die Regelmäßigkeit, auf die es ankommt, scheitert selten am Willen und oft am Umstand: volle Ruheräume, feste Aufgusszeiten, Anstehen. In unserem Day Spa gehört die Sauna für die Dauer Ihres Aufenthalts nur Ihnen. Sie bestimmen, wie lange ein Gang dauert, wann der nächste kommt und ob überhaupt aufgegossen wird. Was das gegenüber einer Therme bedeutet, steht im Vergleich Private Spa oder Therme. Im Sommer wie im Winter lohnt es sich übrigens gleichermaßen: Sauna im Sommer und Sauna im Winter.